Einsatzfelder
Solar- und Photovoltaikanlagen
Blitzschutz
Entwässerung
Fassadenbekleidungen
Nutz- und Schmuckelemente
Wenngleich es reichlich Geschichten gibt, dass Bauklempnereien auch schon mal mit "branchenfremden" Wünschen wie der Ausstaffierung von karnevalistischen oder Traditionsvereinen mit Rüstungen oder der Bekleidung hübscher Mädchen und Frauen mit Kupfernem oder Edelstählernem konfrontiert werden, haben sich die Einsatzfelder grundsätzlich über die Jahrhunderte kaum gewandelt.
Was allerdings heute an modernen Materialen, kreativen Gestaltungen und Funktionalität in diesem Bereich geboten wird, ist mit den vergangenen Zeiten keinesfalls vergleichbar.
Dacheindeckungen
Metall ist auf fast allen Steil- und Flachdächern zu finden, egal mit welchem Material sie letztendlich belegt sind. Die Einfassungen der Dächer selbst, von Schornsteinen und Gauben, die Abdichtung von Dachbrüchen jeglicher Art, sind das Metier der Bauklempner. First, Traufe, Ortgang oder Kehlen werden mit Lochblenden für die Dachbelüftung oder wasserdicht ausgeführt. Verkleidungen, Verblendungen oder Anschlussanformungen werden häufig direkt vor Ort aus Plattenmaterial zugeschnitten und geformt.
Die hohe Schule der Klempnerarbeit ist die komplette Dacheindeckung mit Metall. Sie erfolgt heute in der Regel mit vorgefertigten Elementen maschinell, aber Anschlüsse oder Übergänge werden noch immer handwerklich hergestellt. Größtes Augenmerk ist dabei auf die absolut wasserdichte und windsogsichere Befestigung der industriell vorgefertigten Klemmfalzprofile, Scharen, Schindeln, Rauten oder Platten zu legen.
Übliche Deckungsarten sind die Doppelfalz- oder die Winkelfalzverlegung, üblich ist auch die Leistendeckung, heute vielfach in einer Klickleistenversion.
Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Unterkonstruktionen. Je nach zu erwartender Trag- und Windlast sind sie statisch angemessen auszuführen. Üblich sind belüftete und auch nicht belüftete Dächer in Metallausführung. Oftmals erfordern die Belagmaterialien eine tragende Unterschalung aus Holz oder OSB-Platten, teils mit Trennschicht, beispielsweise bei Kupferschindeln.
Schon metallene Teileindeckungen von Gauben, Balkonüberdachungen oder Wintergärten können einer Immobilie ein besonderes Flair verleihen. Verschiedene Gaubenformen sind heute auch industriell vorgefertigter aus Metall erhältlich und werden einfach in die geöffnete Dachhaut eingesetzt und abgedichtet.
Steildach
Bei der Kompletteindeckung eines Steildaches kommen bei steileren Ausführungen eher kleinteilige Dachplatten oder vorgefertigte Metallschindeln und ?rauten zum Einsatz, als großflächige Scharen.
Flachdach
Flachdächer sind hinsichtlich der Wasserdichtigkeit eine besondere Herausforderung für Bauklempner. Umfangreiche Verordnungen und Regelungen (Flachdachrichtlinie) schreiben die Ausführungen der Arbeiten detailliert vor. Metalldächer eignen sich für Flachdächer besonders deshalb, weil sie absolute Dichtigkeit und faktische Wartungsfreiheit miteinander verbinden. Fachlich exakt ausgeführte Metallflachdächer sind nicht nur absolut unempfindlich auch gegen stehendes Wasser, sonder bestens für Begrünungssysteme geeignet.
Auch Mauerabdeckungen werden in ähnlicher Form ausgeführt.
Solar- und Photovoltaikanlagen
Das Material Metall bietet sich förmlich dafür an und viele Bauklempner haben sich bereits dieses Themas angenommen: Metalldächer finden ihre ideale Ergänzung mit Solar- und Photovoltaikanlagen.
Blitzschutz
Die Planung und Montage von Blitzschutzanlagen gehört ebenfalls zum Arbeitsgebiet der Bauklempnereien. Dabei wird es neuerdings modern, die Fangeinrichtungen zusätzlich als Dachschmuckelement auszuführen. Durchgehende Edelstahleindeckungen sind an sich auch schon als Blitzschutz nutzbar, wenn eine fachgerechte Erdung erfolgt.
Entwässerung
Plastik, Zink und Kupfer sind in Deutschland die üblichen Materialien für die Dach- und Balkonentwässerung. Primäres Ziel ist es, kein Wasser in die Konstruktionsebene eindringen zu lassen, sekundäres Gebäudeschäden durch ablaufendes Wasser zu vermeiden.
Dies geschieht über Konstruktionen aus innen- und außen liegenden Dachrinnen und Fallrohren, die das anfallende Regenwasser von der Dachfläche über eine Grundleitung in die Kanalisation leiten, oder in Sammeleinrichtungen einer aus ökologischer Sicht zu begrüßenden Nutzung zu führen.
Bei Steildächern werden Dachrinnen häufig vermittels einzelner Träger an den Sparren oder Traufbohlen befestigt. Üblich sind halbrunde Hängerinnen, es gibt aber auch teils eingelassene Kastenvarianten und Saumrinnen. Bei der Montage ist gegebenenfalls ein Längenausgleich für Temperaturschwankungen vorzusehen.
Fassadenbekleidungen
Verblechungen an Fassaden, wie z.B. Fensterbleche, Gesimse, Balkonabdeckungen dienen dem Wetterschutz und werden häufig aus auf Standardmaße vorgefertigten Elementen erstellt.
Wetterschutz und Optik, Wartungsarmut und Langlebigkeit sind auch die Hauptargumente für eine Fassadenkomplettverkleidung. Ausgeführt in der Regel als vor gehängte hinterlüftete Fassade Verwendung finden großformatige und kleinteilige Rautenbekleidungen, Paneele mit Steckfalz oder als Stulpenversion, Kassetten sowie Zacken-, Wellen- oder Trapezprofile, üblicherweise mit speziellen Stossverbindern montiert.
Eher selten spielt als funktionaler Aspekt auch eine lichttechnisch interessante und gewollte Reflektion eine Rolle.
Nutz- und Schmuckelemente
Was an früheren Bauten gang und gäbe war, Dächer und Fassaden mit metallenen Zierornamenten zu versehen, erlebt derzeit eine Renaissance. Dabei geht der Trend allerdings weg vom poetisch-üppigen eher hin zu stringenten Geometrien und einer zusätzlichen Nutzwertorientierung. Typische Beispiele sind moderne bauklempnerische Ausführungen von Schnee- und Laubfangeinrichtungen, aber auch Giebelbewehrungen oder Schornsteinbekleidungen und -kopfabdeckungen. Auch Dachfensterausstiege und Eindeckrahmen können durchaus über die reine Funktion hinaus einen architektonisch-ästhetischen Part übernehmen.
(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.bauklempnereien.de
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